Zeitschrift, Mittelalter 2016/4

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Beschreibung

Alessandra Antonini (†): Saint-Pierre-de-Clages (Chamoson VS) – Das Haus Guerrati, heute Haus Maye

Peter Niederhäuser: Das Ritterhaus Bubikon um 1600: Johanniterkomturei oder Junkergut?

 

e-periodica.ch/2016/4

 

Saint-Pierre-de-Clages (Chamoson VS) – Das Haus Guerrati, heute Haus Maye

Das Haus Guerrati, heute Haus Maye, ist eines der wichtigsten Bürgerhäuser in Saint-Pierre-de-Clages. Die Inschrift auf einem Deckenbalken nennt den Bauherrn Pierre Guerrati und den Zimmermann Nicolas Burtin aus Taninges (Haut-Savoie). Das Haus ist in vier Etappen entstanden und weist durch seine beträchtliche Vergrösserung im Laufe der Zeit auf seine Bedeutung und sein Alter hin.

Das ursprüngliche Haus aus dem Mittelalter war eng und schmal. Es wurde in einer ersten Ausbauphase (Phase II) im Ostteil erweitert und erhöht; an der Nordost-Ecke wurde ein Treppenhaus angefügt. Für die Fenstergewände dieser Phase wurden vorfabrizierte Elemente aus Gips verwendet. In der dritten Etappe wird der Westteil des Gebäudes vergrössert und erhöht. Diese Phase wird durch den Schlussstein im Gewölbe des Portikus auf 1613 datiert. In der vierten und letzten Phase wird an der Nordfassade ein gemauerter Balkon über Flachbogen angefügt.

 

Das Ritterhaus Bubikon um 1600: Johanniterkomturei oder Junkergut?

Die vor 1200 gegründete Johanniterkommende Bubikon im Zürcher Oberland blieb auch nach der Reformation im Besitz des Ritterordens. Zürich wachte aber peinlich genau über die Herrschaft des katholischen Ordens und verlangte, dass ein Zürcher Bürger die Niederlassung verwaltete. Spannungen waren unausweichlich, auch weil die Amtsleute eigene Interessen zu verfolgen suchten.

Nach 1600 geriet die Herrschaft der Johanniter immer mehr in eine Krise und musste ein Teil der Güter an Zürich verkauft werden. Von dieser Krise profitierten auch die Amtsleute aus der Familie Meiss, die sich um 1600 neu orientierten. Auch dank den Erfahrungen in Bubikon wurden aus den städtischen Patriziern Landjunker.