Zeitschrift, Mittelalter 2004/4

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Beschreibung

Christoph Reding: Die Burgruine Schenkenberg bei Thalheim

Stefan Lehmann, Piero Carlucci und Christian Saladin: Ascona TI, Castello di San Michele Quellen – Archäologie – Baubeschreibung

 

e-periodica.ch/2004/4

 

Die Sanierung der Burgruine Schenkenberg bei Thalheim
Die Burgruine Schenkenberg bei Thalheim liegt im Aargauer Faltenjura. Sie ist die grösste und besterhaltene Burgruine des Kantons. Die Burg hat ihren Ursprung in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts und war bis in das Jahr 1720 bewohnt. Burg und Herrschaft Schenkenberg waren habsburgisches Lehen. Ab 1460 war die Burg bernischer Landvogteisitz.

Die Burgruine ist in den Jahren 1919, 1931, 1935, 1969/1970 und 2003 durch den aargauischen Heimatschutz restauriert und saniert worden. Im Zuge der Sanierung 2003 erfolgte eine umfassende Bauuntersuchung durch die Kantonsarchäologie Aargau. Mit Unterstützung von alten Unterlagen wie Fotografien, Restaurierungsberichten, Korrespondenzen etc. konnten trotz der zahlreichen vorangegangenen Restaurierungen bedeutende bauhistorische Erkenntnisse gewonnen werden.

Während ihrer langen Belegungszeit war die Burg beständig aus- und umgebaut worden. Eine kleine Burg mit Turm war im 13./14. Jahrhundert in eine Schildmauerburg umgewandelt worden. Hauptturm und Palas wurden mehrfach umgebaut. Es folgten Erweiterungen mit einer Unterburg und einer Terrasse mit Burggarten. Um 1500 erhielt die Anlage flankierende Rundtürme.

 

Castello di San Michele bei Ascona – Geschichte und Archäologie

Die Burg San Michele, erstmals 1189 als Sitz der Adelsfamilie Duni erwähnt, verschwindet historisch gesehen, vermutlich von den Burgherren aufgelassen, am Anfang des 16. Jhs.

Die heute noch erhaltene Kirche S. Michele (im Kern ein umgebauter Turm) ist das letzte funktionale Erbe der einstigen Burg. Wenngleich die Beweise einer früheren Burganlage – möglicherweise aus frühmittelalterlichen Zeit – bislang fehlen, hat ein Sondierschnitt bewiesen, dass das Gelände seit dem Neolithikum (zirka ab 3300 v. Chr.) mit verschiedenen Unterbrüchen über die späte Bronze- und frühe Eisenzeit, Spätantike und Hochmittelalter bis in die Mitte des 13. Jhs. besiedelt wurde.

Dennoch, obwohl verschiedene Mauerreste erhalten sind, und einige Bildquellen und Photos vor der Zeit der modernen Eingriffe vorliegen, bleibt die Anlage, insbesondere in den Details, unbegriffen. Eine genaue Untersuchung der Burganlage, sowie der Funktion einzelner Räume muss deswegen bis zur Vollendung weiterführender Forschungen vertagt werden.