GV 2026, Bern

Samstag, 29. August 2026

Ab 09.45    Eintreffen der Mitglieder in den Salons der Grande Société de Berne, Theaterplatz 7

10.00          Jahresversammlung

11.15            Apéro in den Salons der Grande Société

Anschliessend freies Mittagessen

 

Nachmittagsexkursion (Anmeldung erforderlich)

Treffpunkt: 14.00 Uhr, Helvetiaplatz (Gruppe A) oder Kunstmuseum Bern (Gruppe B) Nach Ihrer Anmeldung werden Sie einer der beiden Gruppen zugeteilt. Um 15–15:30 Uhr erfolgt der Ortswechsel

Exkursionsende: ca. 17 Uhr

Programm:

Im Bernischen Historischen Museum werden im Rahmen von zwei Führungen zwei wenig bekannte Sammlungsbestände vorgestellt.
Als Fund von europäischer Bedeutung erwies sich der rund 500 Fragmente umfassende Skulpturenfund der Berner Münsterplattform. Daniel Gutscher (damals verantwortlicher Archäologe) zeigt uns die Fragmente, die einen Einblick in die Bedeutung und den hohen Anspruch der aufstrebenden Stadtrepublik im 15. Jh. geben. Eine andere Sicht auf die Vergangenheit von Bern entwirft die Kabinettausstellung zur Familie von Mülinen. Ausgehend vom Nachlass des vor ein paar Jahren ausgestorbenen Geschlechts wird durch Peter Niederhäuser exemplarisch der Werdegang dieser Patrizierfamilie nachgezeichnet.
Im Berner Kunstmuseum zeigt die Führung von Charlotte Gutscher durch die Ausstellung «Das volle Leben. Alte Meister von Duccio bis Liotard» den Weg der Berner Malerei zwischen dem späten 15. Jh. und 1520 auf. Dabei rückt die Frage ins Zentrum, warum
im Zuge der Reformation von 1528 sämtliche
Kunstwerke aus den Kirchen entfernt wurden. In für kurze Zeit aus den Depots hervorgeholten Oeuvre von Niklaus Manuel zeigen sich mögliche Ansätze dazu.

Leitung:
Daniel Gutscher (Präsident SBV), Peter Niederhäuser (Vorstandsmitglied SBV), Charlotte Gutscher (Kunsthistorikerin)

Kosten:
Führung, Eintritt: CHF 20.–

Anmeldung:
Bis 31. Juli 2026 per Mail oder mit dem Anmeldetalon an (Die Teilnehmerzahl ist beschränkt!):
Geschäftsstelle des Schweizerischen Burgenvereins, Obermattstr. 27, CH-8330 Pfäffikon; Tel: 078 420 98 14,
info@burgenverein.ch

 

Exkursion Sonntag, 30. August 2026 (Anmeldung erforderlich)

Treffpunkt: 9.15  Besammlung am Helvetiaplatz (Dysli-Car)

Exkursionsende: ca 17.30  Helvetiaplatz Bern

Programm: 

Wir fahren vom Berner Helvetiaplatz zum Schloss Oberdiessbach, wo wir vom Schlossherrn und Landwirt Sigismund von Wattenwyl empfangen werden. Das in den Jahren 1666–1668 durch Albrecht von Wattenwyl (1617–1671), Oberst in französischen Diensten unter König Ludwig XIV erbaut wurde. Es ist bis auf den heutigen Tag im Besitz der Familie von Wattenwyl geblieben, die die Domäne in hervorragender Weise pflegt und beschränkt auch der Öffentlichkeit zugänglich macht. Der Landsitz gilt als einer der vornehmsten der französischen Spätrenaissance im Bernbiet. Er entstand neben dem nördlich gelegenen «Altes Schloss» von 1546, das ein Jahrhundert lang den Herren von Diesbach als Stammsitz gedient hatte.

Anschliessend fahren wir zum nahegelegenen Schloss Burgistein, ebenfalls Sitz bedeutender Berner Patrizierfamilien. Dort wird uns André von Graffenried, ehem. Diplomat, persönlich empfangen. Die 1340 nach dem Laupenkrieg in einer Strafaktion Berns zerstörte Burg wurde danach wieder aufgebaut. Die Anlage zeigt, ähnlich und doch anders als Oberdiessbach den Wandel von der mittelalterlichen Burg zum repräsentativen barocken Schloss. Nach mehreren Handänderungen gelangte die vergrösserte Herrschaft 1493 als Frauenerbe an den späteren Schultheissen Jakob von Wattenwyl und 1717 an die von Graffenried, in deren Besitz das Schloss noch heute ist. Die bestehenden Hauptbauten mit Verbindungstrakt sind das Werk Reinhards und Bernhards von Wattenwyl, somit des 16. Jahrhunderts. Den Mittagsimbiss dürfen wir auf Burgistein geniessen. Anschliessend geht es nach kurzer Busfahrt zur Kirche Blumenstein, wo wir ein spätmittelalterliches Ensemble von Kirche, Friedhof, Pfarrhaus, Pfrundscheune, Speicher und «Chüeierhuus» vor dem Einschnitt ins Fallbachtal besuchen.

Das erste, dem heiligen Nikolaus geweihte Gotteshaus wurde im 10./11. Jahrhundert ausserhalb des Dorfes gebaut. 1972 fanden Notgrabungen durch das Büro H.R. Sennhauser, Zurzach (Diego Calderara) statt. Sie ergaben den Grundriss einer kleineren Saalkirche. Ihr wurde später ein romanischer Turm angefügt. Im 14. Jahrhundert wurde das Schiff vergrössert und mit hervorragenden Glasmalereien der höfischen Hochgotik am Oberrhein ausgestattet. Erbauer und Stifter war Johannes von Weissenburg. Auf ihn weist zuunterst im rechten Chorfenster ein Freiherr in violetter Mönchstracht hin.

Weiter geht es zur Jagdburg. Die Ruine wurde jüngst durch den Archäologischen Dienst des Kantons Bern untersucht und anschliessend durch die heutige Eigentümerschaft, die Stiftung Ruine Jagdburg restauriert. Ihre Lage über dem Stockental hoch über einem der Verkehrswege ins Berner Oberland erfordert einen halbstündigen Fussmarsch (gutes Schuhwerk wird empfohlen). Im Mai 1273 liess der Probst des Stiftes Amsoldingen, Heinrich von Wädenswil, seine drei illegitimen Söhne für frei erklären. Zur Versorgung des wohl ältesten Sohnes Berchtold gründete er eine Herrschaft, die aus Burg und Grundherrschaft im Stockental bestand. Er erbaute auf dem eigentlich dem Chorherrenstift gehörenden Areal die heutige «Jagdburg», übertrug sie geschickt den Habsburgern, um sie gleich wieder als Lehen zurückzubekommen.

Gestärkt durch einen kurzen Umtrunk werden wir unsere Rückreise antreten und gegen 17.30 Uhr wieder am Helvetiaplatz in Bern eintreffen.

Leitung:
Dr. Daniel Gutscher (Präsident Schweizerischer Burgenverein), Dr. Charlotte Gutscher (Kunsthistorikerin)

Kosten:
CHF 100.– Darin inbegriffen sind Führungen, Busfahrt, Mittagessen auf Schloss Burgistein und eine Stärkung auf der Jagdburg.

Anmeldung:
Bis 31. Juli 2026 per Mail oder mit dem Anmeldetalon an (Die Teilnehmerzahl ist beschränkt!):
Geschäftsstelle des Schweizerischen Burgenvereins, Obermattstr. 27, CH-8330 Pfäffikon; Tel: 078 420 98 14,
info@burgenverein.ch