Bertesca / Hurde / Hourd

Eine Hurde (von althochdeutsch hürd = Flechtwerk aus Reisern) ist ein nach aussen vorkragender hölzerner und überdachter Wehrgang auf Burg- oder Stadtmauern zur Bekämpfung von Angreifern am Mauerfuss.

Castello in terra e legno / Holz-Erde-Burg / Château de terre et de bois

Zu Beginn des Burgenbaues im Frühmittelalter bestanden meist noch alle Teile einer Burg aus Holz: Der Bering war als Palisade oder als Mauer in Holz-Erde-Konstruktion angelegt. Die Gebäude im Innern der Burg bestanden ebenfalls aus Holz und waren in Pfosten- oder Fachwerkbauweise errichtet worden.

Der seit dem 10. Jh. vermehrt aufkommende Steinbau beschränkte sich lange nur auf die Ringmauer und wenige herrschaftliche Gebäude (Palas). Als sich ab 1200 der Steinbau durchsetzte, traten die Holzburgen in den Hintergrund.

Als Holzburg im engeren Sinn werden besonders diese Anlagen bezeichnet, die noch immer ganz oder weitgehend aus Holz erbaut wurden, als bereits gleichzeitig schon reine Steinburgen angelegt wurden. In vielen Landschaften hielt sich die Holzbauweise zwar noch bis ins 13./14. Jh., besonders in Norddeutschland, sie wurde aber mehr und mehr ein Zeichen für den Niederadel, der sich keine Steinburgen leisten könnte.

Castello d´altura / Höhenburg / Château-fort sur hauteur

Eine Höhenburg ist eine auf einer natürlichen Anhöhe (Hügel, Sporn, Kamm, Berg) errichtete Burg.

Im Gegensatz dazu die Niederungsburg (auch Flachlandburg genannt).

Accesso sopraelevato / Hocheingang / Porte d’entrée

Eingang in den Bergfried, den Wohnbau oder den Palas, der nicht ebenerdig lag, sondern im Obergeschoss.

Man erreichte diesen Eingang über eine hölzerne Aussentreppe.

Bei Türmen wählte man diese Form vor allem aus Sicherheitsgründen, bei Wohnbauten war die Treppe oft gemauert und repräsentatives Element, das den Besucher direkt in den grossen Saal im Hauptgeschoss führen sollte.

Italienisch auch: accesso in quota.

Alta nobilità / Hochadel / Haute noblesse

Der Hochadel umfasste Könige, Großherzöge, Herzöge, Landgrafen, Markgrafen und Fürsten und Grafen. Siehe auch Adel.

Duca / Herzog / Duc

Herzöge waren ursprünglich germanische Heerführer, später Herrscher im Namen des Königs über bestimmte Stammesgebiete (z. B. Bayern oder Schwaben).

Seit dem 13. Jh. waren Herzöge Herrscher über bestimmte Territorien oder Träger des vom König verliehenen Adelstitels, Oberherren über Grafen und Edelherren.

Die Herzogswürde wurde vom König als Lehen vergeben und konnte auch wieder entzogen werden.

Araldo / Herold / Héraut

Offizieller Bote des Lehnsherr, der als Überbringer von Nachrichten und als Diplomat wirkte.

Er musste auf Tunieren und im Krieg die Ritter identifizieren und kannte deshalb alle Wappen .

Herolde gaben auf Turnieren das Zeichen für den Beginn und das Ende des Kampfes.

Cimiero / Helmzier / Cimier

Auf den Helm aufgesteckte Verzierung, oft in Form einer Figur, meist in Bezug auf das Wappen des Ritters. Sie sollte helfen, den Ritter auf Turnieren zu identifizieren.

Riscaldamento / Heizung / Chauffage

Ohne Beheizung ist nördlich der Alpen ein Gebäude als Wohnbau im Winter schlicht nicht nutzbar. Die Heizung ist deshalb ein entscheidender Aspekt dauerhaft bewohnter Behausungen. Nur Sommerresidenzen und Jagdschlösser waren oft ohne Heizmöglichkeit.

Auf Burgen waren neben den zum Kochen dienenden offenen Herdstellen in bewohnten Raumen offene Kamine mit Rauchhut (Cheminées) allgemein üblich. Diese Heizanlagen waren allerdings nicht sehr effizient, da der grösste Teil der erwärmten Luft durch den Kamin abzog und nur die unmittelbare Umgebung erwärmt wurde. Grosse Räume hatten zwar aufwändige und repräsentative Kamine, konnten aber kaum ausreichend beheizt werden.

Eine wichtige Neuerung des hohen Mittelalters war ab dem 11. Jh. der wesentlich komfortablere Kachelofen. Beheizt wurde die aus Lehm und speziellen, dem Wärmeaustausch dienenden Kacheln aufgebaute Ofenkuppel von einem Nebenraum aus. Damit blieb der erwärmte Raum, Stube genannt, frei von Rauch, Russ und Asche. Dies und die gleichmässige Erwärmung des Raumes trugen sie erheblich zum Wohnkomfort bei.

Seit der Mitte des 14. Jhs. wurden die Ofenkacheln mit plastischem Relief dekoriert und mit gelber oder grüner Bleiglasur versehen. Der Kachelofen wurde zum Prunkstück der Stube.

Eine in Norddeutschland und im Klosterbau weit verbreitete, weiter südlich aber seltene Form der Beheizung war die Fussboden-Heizung. Auch sie beheizte indirekt: Von einem unter dem zu erwärmenden Raum gelegenen Heizraum aus wurde erhitzte Luft durch Heizkanäle unter dem Fussboden geleitet, von wo aus die erwärmte Luft durch verschliessbare Deckelöffnungen in den Raum strömte.

Armatura / Harnisch / Harnois

Siehe Rüstung.