Piccola nobiltà / Niederadel / Petite noblesse

siehe Adel.

Motta / Motte / Motte

Eine Motte (oder Turmhügelburg) ist ein vorwiegend in Holzbauweise errichteter Burgtyp, dessen Hauptmerkmal ein künstlich angelegter Erdhügel mit einem turmförmigen Gebäude ist.

Dies ist meist die Kernburg, während am Fuss des Hügels die Vorburg lag.

Die meisten Motten sind Niederungsburgen.

Die ersten Motten entstanden um 1000. Bis um 1200 war der Typ weit verbreitet, dann wurde er von gemauerten Burgen abgelöst.

Medioevo / Mittelalter / Moyen age

Zeit zwischen der Antike und der Neuzeit, zwischen 500 und 1500.

Man unterscheidet das
– Frühmittelalter (500-1000),
– das Hochmittelalter (1000-1250/1300) und
– das Spätmittelalter (1250/1300-1500).

Das Hochmitttelalter war die Blützeit des Rittertums.

Trovatore / Minnesänger / Troubadour

Minnesang nennt man die hoch ritualisierte Form der gesungenen Liebesdichtung, die der Adel im hohen Mittelalter pflegte.

Verbreitet wurden diese Lieder durch Minnesänger, die ihre Lieder an Festen vortrugen und teilweise von Burg zu Burg zogen.

Italienisch auch:  poeta cantore.

Amor cortese / Minne / Amour courtois

Ein durch Gedichte, Lieder (Minnesang) und Romane in der Ritterschaft weit verbreitetes Ideal von Liebe und Zuneigung zwischen einem Ritter und der von ihm verehrten Dame.

Dabei diente der Ritter seiner Dame, unterwarf sich unter ihren Willen und warb um ihre Gunst.

Die Minne wurde so zentral für die romanisch geprägten Ritterkultur des Mittelalters.

Ministeriale / Ministeriale / Ministériel

Angehöriger einer dienstadligen Familie, deren Vorfahren einst unfreie Diener eines Hochadligen, eines Königs oder eines geistlichen Fürsten gewesen waren, und die von ihren Herrren in den Adel erhoben worden waren.

Der Begriff der Ministerialität steht im Gegensatz zum Freiadel bzw. dem Freiherrn. Anderer Begriff ist Dienstadel bzw. Dienstmann

Apparato a sporgere (continuo) / Maschikuli / Mâchicoulis

Siehe Gusserker.

Servitù della gleba / Leibeigenschaft / Servage

Eine im Mittelalter weit verbreitete persönliche Abhängigkeit von Bauern von ihrem Grundherren.

Die leibeigenen Bauern bewirtschafteten Höfe, die ihren Grundherren gehörten, und mussten dafür Pacht (Gült) zahlen. Daneben waren sie zu Frondiensten verpflichtet und mussten, sofern der Grundherr aus dem Klerus stammte, ihm einen Zehnt leisten.

Der Umfang der Dienste war im Gegensatz zur Sklaverei begrenzt und genau festgeschrieben. Ausserdem durften Leibeigene, im Gegensatz zu Sklaven, Privateigentum besitzen, wenn auch keine Immobilien.

Italienisch auch: servo della gleba.

Sistema feudale / Lehenswesen / Féodalité

Das Lehenswesen war die Grundlage der hochmittelalterlichen Gesellschaftsordnung in unserem Raum. Sie war ein wichtiger Aspekt adeligen Lebens.

Der Lehnsherr, welcher der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmter Rechte war, verlieh diese dem Lehnsempfänger (Vasall) auf Lebenszeit.

Dafür musste der Lehnsempfänger dem Lehnsherrn persönliche Dienste leisten. Dazu gehörten z.B. für den Lehensherrn in den Kampf zu ziehen. Beide verpflichteten sich zu gegenseitiger Treue: Der Lehnsherr zu Schutz und Schirm, der Lehnsempfänger zu Rat und Hilfe.

Oberster Lehnsherr war der jeweilige oberste Landesherr, König oder Herzog, der Lehen an seine Fürsten vergab. Diese konnten wiederum Lehen an andere Adelige vergeben, die sich von ihnen belehnen lassen wollten und oft in der Adelshierarchie unter dem Lehnsgeber standen.

Lehen waren Besitz des Vasallen, der diesen nutzen durfte. Bald schon waren viele Lehen nicht mehr auf Lebenszeit, sondern vererbbar. In der Folge konnte man sie nicht nur vererben, sondern auch verpfänden oder verkaufen.

Eine normale adelige Grundherrschaft setzte sich meist aus Lehensgütern und aus Eigengut (Allod) zusammen.

Feudo / Lehen / Fief

Im Mittelalter ein Land, ein Recht oder ein Amt, das der Lehensherr dem Lehensmann (Vasall) verlieh. Siehe Lehenswesen.