75-Jahr-Jubiläum 2002 in Bubikon

Erlebnis Mittelalter: ein Fest für Kinder

Über 3'500 Kinder und Erwachsene haben vom 7. bis 9. August 2002 den Weg ins Ritterhaus Bubikon gefunden. Das «Erlebnis Mittelalter» war eine Veranstaltung zum 75-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Burgenvereins. Auch die Medien (siehe weiter unten Link zum Bericht) haben darüber berichtet.

Von Heinrich Boxler

Kind auf einem Holzpferd
Kind auf Holzpferd beim Ringstechen, einem mittelalterlichen Trainings-Spiel. Foto: Hansjörg Frommelt. Bild vergrössern (134 KB)

Die gemeinsame Unternehmung des Burgenvereins mit dem Ritterhaus Bubikon, mit der Kantonsarchäologie Zürich und dem Juniorclub der SBB war überaus erfolgreich. Über 3'500 Kinder und Erwachsene haben trotz teilweise unfreundlichem Ferienwetter vom 7. bis 9. August 2002 den Weg ins Ritterhaus Bubikon gefunden. Das Unternehmen trug die Züge eines bunten Volksfests, an dem vom Kleinkind bis zu den Grosseltern alle Generationen vertreten und gleichermassen fasziniert waren. Von der Begeisterung und der Begeisterungsfähigkeit der Kinder zeugen Einträge ins Gästebuch, die oft in ungelenker Kinderhand von voll cool bis super cool reichen. Reizvoll auch die Unterschriften, mit denen sieben Kinder ihrem Gotti dafür danken, dass es ihnen einen unvergesslichen Tag beschert hat.

Hans Rutishauser erklärt die Malereien in der Kirche
Aufmerksame junge Zuhörerinnen und Zuhörer bei Hans Rutishauser, Denkmalpfleger des Kantons Grabünden, der die Malereien in der Kirche erklärt. Foto: Hansjörg Frommelt. Bild vergrössern (176 KB)

Mit unglaublichem Eifer suchten grosse und kleine Kinder mit der Archäologenschaufel im Sandhaufen nach Schätzen, am liebsten nach den begehrten Pins. Unermüdlich zog eine Triathletin, manchmal zusammen mit Erwachsenen und Kindern, das hölzerne Pferd über den steinigen Weg, damit die kühnen Reiter die bereitgehaltenen Kränze aufspiessen konnten. In der Kapelle wurde mit Naturfarben gemalt. Unerschrockene Kinder stürzten sich in die Ritterrüstung. Auf kurzen, kindgerechten Führungen tauchten die Kinder in die Besonderheiten der Malereien in der Kapelle und in die Hintergründe und den Alltag der Ordensritter ein, während eine Anthropologin neben dem Beinhaus eine lebendige Einführung in die Geheimnisse von Knochenfunden gab. Für einmal modellierten Kinder naturgetreue Ofenkacheln aus Marzipan. Aber auch die treffsicheren Armbrustschützinnen und -schützen sowie die gewieften Ballwerfer kamen voll auf ihre Rechnung. Voller Stolz trugen viele Kinder selbst geschlagene Münzen mit nach Hause.

Kinder beim Schiessen der Armbrust
Kinder üben sich beim Schiessen mit der Armbrust. Foto: Hansjörg Frommelt. Bild vergrössern (133 KB)

Den Verantwortlichen ging es vor allem darum, dass die Kinder ihr Wissen über das Mittelalter durch eigenes Handeln erweitern und vertiefen konnten. Wer einmal eine Ritterrüstung getragen hat, wird deren Gewicht und die eingeschränkte Sicht durch den Sehschlitz des Topfhelms nicht so rasch vergessen. Und wer selbst eine Münze geschlagen hat, schaut in Zukunft alte und neue Münzen mit anderen Augen an. Erstaunlich war, wie aufmerksam die Kinder den Ausführungen folgten, wenn sie etwa sahen, warum wir den Spültrog immer noch Schüttstein nennen. Das Fest trug bestimmt dazu bei, einige liebgewonnene Klischees über das Mittelalter über Bord zu werfen.

Vorstandsmitglied Urs Clavadetscher wirbt für den Burgenverein
Vorstandsmitglied Urs Clavadetscher wirbt für den Burgenverein. Foto: Hansjörg Frommelt.

Ein solches Fest vor allem wenn es für die Kinder ohne Kosten und für die Organisatoren ohne Profit über die Bühne gehen soll ist nur mit einem Heer von Freiwilligen zu bewältigen. Rund 50 Helferinnen und Helfer von Ritterhaus und Burgenverein trugen zum Gelingen bei. Besonders hervorzuheben ist die grosszügige Unterstützung durch die Zürcher Kantonsarchäologie. Ohne ihr Know-how, ihre Infrastruktur und ihre personellen Mittel wäre es schwierig, dem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Schliesslich hat der Juniorclub der SBB, der für die Werbung sorgte, viel zum guten Gelingen des Festes beigetragen. Allen Beteiligten, Helferinnen und Helfern gebührt ein grosses Dankeschön für den uneigennützigen Einsatz.

Damit auch die Kinder im westlichen Teil der Schweiz vom Jubiläumsjahr des Schweizerischen Burgenvereins profitieren können, findet vom 9. bis 11. Oktober im Kandertal ein ähnliches Fest mit teilweise anderen mittelalterlichen Tätigkeiten statt. Mitbeteiligt sind dort der archäologische Dienst des Kantons Bern, der Juniorclub der SBB, die BLS und weitere Institutionen. Ausser dem mittelalterlichen Treiben auf der Tellenburg bei Frutigen und auf der Felsenburg werden die Kinder auch die NEAT-Baustelle besuchen können.

Weitere Bilder von Hansjörg Frommelt

Münzen schlagen Begrüssung und Einführung Kinder beim Malen Kinder beim Teigstechen Kleinfunde werden erklärt Der Komtur Geschicklichkeit zu Pferde
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Ein Bericht aus der Presse

Im Tagesanzeiger vom 9. August 2002 berichtete Nina Santer auf Seite 17 über die Veranstaltung in Bubikon. Lesen Sie hier ihren Bericht, der mit der freundlichen Genehmigung der Tagesanzeiger-Redaktion übernommen werden durfte.

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