Generalversammlung (GV) in Bern

Jahresversammlung 2003 in Bern

Von Thomas Bitterli

Am Samstag, 23. August 2003, kamen im Gesellschaftshaus «zum Distelzwang» rund 70 Mitglieder des Vereins zur Jahresversammlung zusammen. Zu Gast sei der Schweizerische Burgenverein nicht bei einer (Handwerker-)Zunft, sondern bei einer (aristokratischen) Gesellschaft, die ursprünglich aus einer stadtbernischen Adelsvereinigung entstand, stellte Dr. Daniel Gutscher einleitend fest. Diese Gesellschaft trägt als Zeichen den Distelfink.

Nach der Begrüssung der Anwesenden durch den Präsidenten, Dr. Heinrich Boxler, wurden die traktandierten Geschäfte zügig verabschiedet. Auch der ordentlich angekündigte Rücktritt des Präsidenten warf keine hohen Wellen. Nach dem Verlesen des Rücktrittsschreibens würdigte der Vizepräsident, Urs Clavadetscher, die Arbeit von Dr. Heinrich Boxler. Einstimmig wurde danach auf Vorschlag des Vorstandes Dr. Renata Windler zur neuen Präsidentin des Schweizerischen Burgenvereins gewählt.

Renata Windler vor dem Bild eines Berner Patriziers
Renata Windler bedankt sich an der GV 2003 für die Wahl zur Präsidentin des Burgenvereins. Foto: Lukas Wenger.

Nach dem Mittagessen trafen sich die anwesenden Mitglieder zum Rundgang durch die Berner Altstadt, geführt von Dr. Armand Baeriswyl und Dr. Daniel Gutscher (beide vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern). Die Erläuterungen standen ganz im Zeichen der kommenden Publikation (Jahresgabe 2003 des Burgenvereins) von Dr. Armand Baeriswyl zur mittelalterlichen Stadtentwicklung von Bern. Dabei standen nicht einzelne Bauten im Vordergrund, sondern Fragen der Topographie und der Stadtentwicklung. Die zähringische Stadt hatte sich nicht etwa vom Sporn bei Nydegg aus entwickelt. Die Stadtgründer hatten die günstige Lage zwischen zwei natürlichen Einschnitten auf dem Rücken des Sporns in der Aareschlaufe genutzt. Die beiden durch alte Aareläufe enstandenen Einschnitte sind heute nicht mehr ohne weiteres erkennbar. Der schmale Einschnitt zwischen Altstadt und ehemaliger Burg Nydegg ist durch das spätere Stadtspital vollständig überbaut und nur noch am Nordrand durch das Vorhandensein einer Mühle, die vom ehemaligen Stadtbach betrieben wurde, erkennbar. Kernstadt und Burg Nydegg waren ursprünglich deutlich voneinander getrennt und sind erst im Lauf der Zeit zusammengewachsen. Nach der gewaltsamen Zerstörung der Burg im 13. Jh. durch die Stadtberner wurde an ihrem Platz die Nydeggkirche gebaut. Im grossen Einschnitt westlich der Altstadt liegt heute das fünfgeschossige Parkhaus (beim Casino).


Beginn der zahlreich besuchten Führung durch die Berner Altstatdt nach der GV 2003. Foto: Lukas Wenger.

Als Abschluss der Jahrestagung stand am Samstagabend der Besuch des aus Anlass der 650-jährigen Zugehörigkeit Berns zum Bund der Eidgenossen stattfindenden Mittelalterspektakels beim Historischen Museum auf dem Programm. Nach einem Gang durch das Mittelalterspektakel, an dem zahlreiche Handwerke wie Töpferei, Gerberei und Münzprägung gezeigt wurden, konnten die Exkursionsteilnehmer und Exkursionsteilnehmerinnen beim Abendimbiss einige Kostproben der mittelalterlichen Küche geniessen. Höhepunkt des Tages war der Besuch des Ritterturniers auf dem Platz vor dem Museum. In eine Rahmengeschichte eingebettet, wurde die Gründungssage von Bern dargestellt. Lange Zeit verlief die Geschichte so, dass eigentlich Bern gar nicht hätte gegründet werden können, weil nämlich die Ritter der Waldfee dem Zähringer Herzog und seinen Kumpanen im Turnier überlegen waren. Damit Bern doch noch entstehen konnte, widersetzten sich die Unterlegenen den Spielregeln, und es kam zu tumult-artigen Szenen, wie es von manchen Ritterturnieren aus dem Spätmittelalter berichtet wird  alles überzeugend dargestellt von den Mitgliedern der «Tjoster».

Fotos zum Ritterturnier von Lukas Wenger

Vorstellung der weissen Ritter in der Bahn Ein weisser Ritter sticht den Ring mit der Lanze Ritter Bär schneidet den Apfel auf dem Kopf des Knappen entzwei Der Knappe zeigt dem Publikum den geschälten Apfel Herzog Berchtold sitzt auf seinem liegenden Pferd Ein Ritter bringt sein Pferd zum sitzen, ohne abzusteigen Das Pferd sitzt neben seinem Ritter

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