Exkursion zur Museggmauer in Luzern

Zur Bildergalerie

Samstag, 18. Juni 2011

Die Museggmauer von Luzern ist eine der besterhaltenen und längsten Wehrmauern der Schweiz von 870 m Länge mit neun Türmen. Die seit 2007 laufende Restaurierung hat zahlreiche wichtige Befunde zur Baugeschichte und zum Bauablauf geliefert: So war entgegen der althergebrachten Meinung mit dem Bau schon deutlich vor den Sempacherkriegen begonnen worden, und bis weit ins 15. Jh. hinein präsentierte sich die Musegg als Baustelle.

Hegi
 

Gänseseger 

leer Hegi
Bild-Gallerie

Die Museggmauer ist nicht nur ein kulturgeschichtliches Denkmal von nationaler Bedeutung, sondern bildet auch ein Biotop ersten Ranges mitten in der Stadt: So finden Turmdohlen, Gänsesäger, Fledermäuse, aber auch ein über Jahrhunderte gewachsener, vielfältiger Bestand an Flechten ideale Lebensbedingungen, die trotz der konservierenden und restaurierenden Massnahmen erhalten werden müssen. Die Exkursion gibt somit auch Einblick in komplexe Fragestellungen, die weit über die blosse Konservierung hinausgehen. Aus diesem Grund wird die Führung vom Kantonsarchäologen Jürg Manser gemeinsam mit dem Biologen Sebastian Meyer vom ökoforum der Stadt Luzern bestritten. Mit grossem Interesse folgten die Exkursionsteilnehmenden seiner Schilderung vom Gänsesäger vom Zytturm.

Der Gänsesäger vom Zytturm

Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist ein Vertreter aus der Familie der Entenvögel. In Mitteleuropa ist der Gänsesäger ein verbreiteter, aber nur wenig häufiger Brut und Jahresvogel. Im Winterhalbjahr ist die Art in Mitteleuropa als Durchzügler und Wintergast häufiger zu beobachten. Der Gänsesäger ist ein Höhlenbrüter. In Frage kommen v.a. Baumhöhlen, aber auch Felsspalten, Uferunterspülungen, Dachböden etc.; künstliche Nisthöhlen werden gerne angenommen (Fluglochdurchmesser 12 cm). Als spezieller Brutstandort an der Museggmauer wählt ein GänsesägerWeibchen eine Nische im Turmkranz des Zytturmes. Die Höhle wird mit Daunen ausgepolstert. Das Weibchen legt ab April ca. 7 bis 14 cremefarbene Eier und bebrütet sie allein 32 bis 35 Tage lang. Die Erpel verlassen zu dieser Zeit bereits meist das Brutgebiet und beginnen mit der Mauser.

Gänsesägerküken verlassen das Nest einen Tag nach dem Schlüpfen. Dies gestaltet sich manchmal nicht ganz unproblematisch, wenn sich die Bruthöhle in größerer Höhe befindet wie hier beim Zytturm an der Museggmauer. Die Jungen benutzen beim Sprung aus der Höhle ihre Flügelstummel als Fallschirm. Das Weibchen führt die Jungen dann entlang der Museggmauer zur Reuss. Anfangs transportiert das Weibchen die Küken dabei gelegentlich auf dem Rücken. Am Wasser angelangt, können die Jungen sofort recht gut schwimmen, bald auch tauchen und suchen von Anfang an ihre Nahrung selbst. Zunächst besteht diese eher aus Wasserinsekten und Würmern, kaum aus Fischchen.

 

platzhalter

 
platzhalter
 
 
Geschäftsstelle des Schweizerischen Burgenvereins · Blochmonterstrasse 22 · CH-4054 Basel
T +41 (0)61 361 24 44 · F +41 (0)61 363 94 05
info@burgenverein.ch / praesidentin@burgenverein.ch