Generalversammlung in Neuenburg

Jahresversammlung 2006 in Neuenburg

26./27. August 2006

Von Renata Windler

79. Jahresversammlung des Schweizerischen Burgenvereins

Neuenburg und Umgebung waren das Ziel der 79. Jahresversammlung des Schweizerischen Burgenvereins vom 26./27. August 2006. Verschiedene Aspekte von Burg und Stadt im Gebiet von Neuenburg behandelte bereits der in Heft 2/2006 der Zeitschrift Mittelalter publizierte Artikel. Im Anschluss an die Jahresversammlung führten der kantonale Denkmalpfleger Jacques Bujard und Christian de Reynier, Mitarbeiter der Kantonalen Denkmalpflege, die Mitglieder ins Tagungsthema ein. Gemeinsam führten sie uns auch zu den Exkursionszielen Colombier, Neuenburg und Valangin und liessen uns an ihren profunden Kenntnissen teilhaben. Dank den in den letzten Jahren durchgeführten Untersuchungen konnten sie auf zahlreiche neue Forschungsergebnisse zurückgreifen.

Am Samstagnachmittag stand der Besuch des Schlosses von Colombier und des dortigen Museums auf dem Programm. Eindrücklich ist hier die Kontinuität von der römischen Zeit bis ins Mittelalter. Anhand schriftlicher Quellen ist hier für das 10. Jh. eine Residenz der hochburgundischen Könige zu lokalisieren. Die hochmittelalterliche Adelsburg entwickelte sich in und über den Mauern des römischen Herrenhauses.

Folgerichtig war am Sonntag der Besuch von Neuenburg, das ab dem 11. Jh. Colombier als Residenz der hochburgundischen Könige abgelöst hatte. An topographisch günstiger Lage über dem See war dort ab der Zeit um 1000 eine Residenz mit Stiftskirche entstanden, unterhalb derer sich in mehreren Phasen die Stadt Neuenburg entwickelt hatte. Der Rundgang durch die Altstadt und hinauf zum Schloss boten Einblicke in Siedlungstopographie und Siedlungsanlage. Eindrücklich waren die römischen Spolien in der Tour des Prisons, die im Hochmittelalter aus Colombier herangeschafft wurden.

Vom Zentrum Neuenburg führte die Exkursion am Sonntagmittag hinein in den Jura, wo nach einem genussvollen Mahl mit tarte au beurre à la neuchâteloise Burg, Städtchen und Stiftskirche von Valangin besichtigt wurden.

Eindrücklich ist die Geschlossenheit dieses Ensembles. Das unmittelbar oberhalb einer Klus gelegene Valangin ist ein spätmittelalterliches Städtchen im Kleinstformat. Die beidseits einer kurzen Gasse gelegenen Häuser haben sich, wie Bauuntersuchungen zeigen, von der Stadtmauer zur Gasse hin entwickelt. Unmittelbar vor dem Städtchen steht die Kollegiatskirche, noch heute umgeben von ehemaligen Chorherrenhäusern. Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch der oberhalb des Städtchens gelegenen Burg von Valangin, die ins 12. Jh. zurückgeht und wie an vielen anderen Orten Ausgangspunkt der Siedlungsentwicklung war.

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