Mittelalter 2019/1
Heft 2019/1    2. Artikel

Getragen, geflickt, amputiert. Ein Ringpanzerhemd des 14./15. Jh. aus Einsiedeln?

von Jonathan Frey

Die geographische Herkunft des so genannten Einsiedler Panzerhemds ist letztlich unbekannt. Sein Grundgeflecht besteht aus gestanzten und vernieteten Ringen und ist nach derzeitigem Forschungsstand in die zweite Hälfte des 14. oder in die erste Hälfte des 15. Jh. zu datieren. Ursprünglich handelte es sich um ein langärmliges Panzerhemd mit Halsschlitz auf der Brust. Die einzige Anpassung an die Körperform des Trägers stellen zwei Erweiterungen auf Hüfthöhe dar. Im Verlaufe des 16. und 17. Jh. erfolgten zahlreiche Reparaturen an den Schulterschrägen und im Bereich unter den Armlöchern, die sich in mindestens drei Phasen gliedern. Im späteren 17. Jh. wurden die mutmasslich bis zu den Handgelenken reichenden Ärmel abgenommen, um daraus Panzerärmel zu fertigen. Ob es sich beim sogenannten Einsiedler Panzerhemd tatsächlich um ein bemerkenswertes Relikt spätmittelalterlicher Schutzbewaffnung handelt, werden erst vertiefte Forschungen zu seiner Herkunft klären können.

Frey, Jonathan : Getragen, geflickt, amputiert. Ein Ringpanzerhemd des 14./15. Jh. aus Einsiedeln?
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 24. Jahrgang 2019, Heft 1, 21-32.

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