Mittelalter 2018/3
Heft 2018/3    5. Artikel

Das Reiterrelief am Zürcher Grossmünster - Ausdruck der zähringischen Herrschaftsfestigung

von Peter Jezler

An Kunstwerken ist von den Zähringern wenig erhalten. Umso mehr sticht ein künstlerisch überregional bedeutendes Reiterrelief heraus, dessen Entstehung Adolf Reinle mit Sachkenntnis und Scharfsinn mit dem Zähringerherzog Bertold IV. (1125-1186) in Zusammenhang gebracht hat. Zur Entstehung, Funktion und Bedeutung des so genannten Grossmünster-Reiters ist kein Wort überliefert. Stilistisch ist er eng verwandt mit den frühen Werken des Bildhauers Antelami in Parma und um 1180 zu datieren. Als Vorbild diente wohl das spätantike Reiterstandbild Regisole in Pavia. Als Auftraggeber kommt aus historischen Gründen am ehesten Herzog Bertold IV. von Zähringen in Betracht. Der Reiter scheint die Quasi-Stadtherrschaft der Zähringer über Zürich verkörpert zu haben. In Anlehnung an die Reiterstandbilder in Rom, in Aachen und in Pavia könnte Bertold IV. mit dem Relief die Stadt Zürich als ein Zentrum zähringischer Macht ausgezeichnet haben.

Jezler, Peter : Das Reiterrelief am Zürcher Grossmünster - Ausdruck der zähringischen Herrschaftsfestigung
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 23. Jahrgang 2018, Heft 3, 143 - 150.

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