Mittelalter 2017/4
Heft 2017/4    2. Artikel

Die Küche(n) und der Backofen der Burgruine Schlössel bei Klingenmünster D aus dem 11. Jahrhundert

Zum achtzigsten Geburtstag von Werner Meyer

von Dieter Barz

Um 1030/40 wurde im Bereich einer karolingisch/ottonischen Burg («alte Burg») bei Klingenmunster in der Pfalz eine deutlich kleinere Burg (Schlössel 1) erbaut. Nach zwei Zerstörungen wurde im letzten Drittel des 11. Jh. die Burg (Schlössel 2) repräsentativer - u.a. mit einem Badehaus und weiterem Steinhaus - ausgebaut. Erhalten sind heute Reste des Wohnturmes mit Anbauten, eines Steinhauses, der Ringmauern und eines Torturmes.

Zwischen 1030 und 1040 wurden im Bereich einer ottonischen Fluchtburg über Klingenmünster in der Pfalz ein Berghügel aufgeschüttet und ein Wohnturm erbaut (Schlössel 1). Nach einer Verwüstung entstand zwischen 1080 und 1120 eine Burg (Schlössel 2) mit Ringmauer und Torturm, einem Anbau, einer Hofmauer und einem Wirtschaftsbau. Erhalten sind heute Teile des Wohnturms mit Schiessscharten sowie Reste der Ringmauer. .

Im Oberhof sind Reste des Fundamentes eines Fachwerkgebäudes erhalten, dass unter anderem über eine gemauerte Herdstelle verfügte. An dieser Stelle war schon bei der ersten Burg (Schlössel 1) die Küche lokalisiert. Beim Ausbau der Burg (Schlössel 2) wurde neben der Küche ein Vorratsraum eingerichtet. In unmittelbarer Nähe des Gebäudes befand sich ausserdem ein aus Sandstein gemauerter Backofen, der in den Boden eingelassen war und von einer Grube aus bedient werden musste. Diese relativ aufwendige Küche diente zur Versorgung der Bewohner der Burg, die im Wohnturm untergebracht waren.

Barz, Dieter : Die Küche(n) und der Backofen der Burgruine Schlössel bei Klingenmünster D aus dem 11. Jahrhundert
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 22. Jahrgang 2017, Heft 4, 153 - 160.

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