Mittelalter 2010/2
Heft 2010/2    3. Artikel

Die Letzimauern von Näfels und Beglingen

von Jakob Obrecht

Die Letzimauern von Näfels und Beglingen sind nach 1351 errichtet worden. Sie sperrten nördlich von Näfels in der Talebene am Rautibach den Zugang ins Glarnerland; der Teil von Beglingen lag am Zugangsweg von Sargans gegen Glarus.

Da an der Letzi von Näfels 1388 die bekannte Schlacht von Näfels stattfand, hatten die Mauerreste immer eine gewisse Bedeutung für die Bewohner von Glarus. 1970 wurde bei der Kirche und beim Schlachtdenkmal ein Stück der Letzimauer archäologisch untersucht und danach rekonstruiert. 2009 wurden an einer anderen Stelle die Letzimauer freigelegt und dokumentiert.

Die rund 1,2 m starke Letzimauer ist auf der Feindseite (gegen Norden) rund 3 m hoch und besteht aus grossen Steinen. Auf der Freundseite (gegen Süden) war die Mauer angeschüttet und mit einem Rondenweg versehen. Die jüngsten Sondierungen zeigen, dass die Mauerkrone mehrmals rekonstruiert wurde. Wann dieser Wiederaufbau aber stattfand, konnte nicht ermittelt werden.

Die Letzimauer steht an der taktisch richtigen Stelle im Tal, so dass die Festungs-Ingenieure des 20. Jh. zum Schutz des Linthtales ihre neue Verteidigungslinie nur etwa 100 m nach Norden verschoben errichteten. Sichtbar sind davon der Tankgraben (1941 erbaut), mehrere Bunker und die Scharten der Artilleriewerke Niederberg und Beglingen (beide 1943 schussbereit).

Obrecht, Jakob : Die Letzimauern von Näfels und Beglingen
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 15. Jahrgang 2010, Heft 2, 81 - 86.

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