Mittelalter 2007/2
Heft 2007/2    5. Artikel

Museo del Territorio: ein neuartiges Projekt für den Kanton Tessin

von Marco Molinari und Filippo Rampazzi und Rossana Cardani Vergani

Der Kanton Tessin weist als einer der wenigen Kantone zwei Objekte, die im UNESCO-Verzeichnis Weltkulturerbe eingetragen sind: als Kulturgut die Burgen von Bellinzona und als Naturgut die Fossilien von Monte San Giorgio. Aufgrund dieser Tatsache wird das Projekt Museo del Territorio durch die kantonalen Behörden in Zusammenarbeit mit der Stadt Locarno und dem Locarnese gefördert.

Die zunächst noch nicht konkretisierte Idee besteht darin, das während gut zwei Jahrhunderten gesammelte archäologische Fundgut, das heute weit verstreut im Kanton und auch ausserhalb liegt, unter einem (organisatorisch wie baulichen) Dach zu vereinen. Zusätzlich sollen die aktuellen Platzprobleme der kantonalen Naturhistorischen Sammlung in Lugano gelöst werden. 2002 wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, koordiniert von Marco Molinari.

Ein solches Projekt bietet grosse Möglichkeiten, die hier kurz erwähnt werden.

Die naturwissenschaftlichen und archäologischen Aspekte sind zwei Seiten desselben Grundthemas, nämlich der Entwicklung der Landschaft, entstanden durch jahrtausendlange Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur – von der Bildung des ältesten Gesteins im Kanton (vor gut 500 Mio Jahren) über die erste Besiedlung durch den Menschen nach der letzten Eiszeit vor ca. 10'000 Jahren) bis zu den tiefeingreifenden Veränderungen der Landschaft während den letzten Jahrhunderten durch Rodung, Landwirtschaft, Tierhaltung und durch die moderne Bautätigkeit (Zersiedlung).

Trotz ihrer Eigenheiten und Eigenstätigkeit der Disziplinen Naturgeschichte, Archäologie und Landschaftsgeschichte werden diese drei Bereiche organisatorisch und baulich unter dem Dach des Museo del Territorio zusammengefasst. Der Sitz dieses Museums wird in Locarno in der Nähe der Burg und des Rivellino eingerichtet werden. Neben der Verwaltung und Koordination werden dort auch didaktische Einrichtungen (multimedial) und Bilder zu finden sein.

Das Museum umfasst sechs Aufgaben: Forschung (mit entsprechenden Publikationen), Konservieung, Dokumentation, Verbreitung (Ausstellungen), Ausbildung und Beratung. Das Museum soll alle Bedürfnisse abdecken können.

(Christian Saladin, Origlio/Base

Molinari, Marco Rampazzi, Filippo Cardani Vergani, Rossana : Museo del territorio: un progetto innovativo per il cantone Ticino
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 12. Jahrgang 2007, Heft 2, 60 - 65.

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