Mittelalter 2006/3
Heft 2006/3    4. Artikel

Auf der Suche nach archäologischen Spuren von Erdbebenkatastrophen

von Werner Wild

Das grosse Erdbeben von Basel von 1356 nimmt für die Erforschung historischer Erdbeben eine Schlüsselstellung ein. Die zahlreichen schriftlichen Zeugnisse ermöglichen die konkrete Untersuchung von einzelnen Bauten. 650 Jahre später ist es aufgrund der regen Bautätigkeit oder des fortgeschrittenen Zerfalls aber schwierig, überhaupt noch aussagekräftige Spuren zu finden. Häufig bleibt der genaue Zerstörungsgrad unbekannt. Wurde etwa eine Burg verlassen, weil die Wände umkippten oder weil die Reparatur des Daches zu teuer war? In Basel stellt man unterschiedliche Zerstörungsgrade fest. Einzelne Bauten überstanden das Beben und den folgenden Grossbrand unversehrt. Wichtige Aufschlüsse bringt eine laufende interdisziplinäre ETH-Studie.

Sobald nur oberflächliche oder gar keine Schriftquellen vorliegen, wird das Erkennen von Bebenschäden schwierig. Statische Probleme, Erosion, Schleifungen, Abbrucharbeiten und natürlicher Zerfall führen zu umgestürzten Mauern und Rissen, die Erdbebenschäden täuschend ähnlich sehen. Für eine sichere Deutung erweist sich eine Zusammenarbeit mit den Fachleuten des Schweizerischen Erdbebendienstes an der ETH Zürich als unerlässlich.

Wild, Werner : Auf der Suche nach archäologischen Spuren von Erdbebenkatastrophen
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 11. Jahrgang 2006, Heft 3, .

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