Mittelalter 2006/2
Heft 2006/2    2. Artikel

Gezähmte Natur – Gärten in mittelalterlichen Burgen

von Dorothee Rippmann

Als Orte steter Veränderung, des Wachsens und Vergehens, hinterlassen Gärten längst vergangener Zeiten keine dauerhaften Strukturen. In der Burgenforschung sind die Gestaltung der Landschaft im Umfeld einer Burg einerseits und Gärten andererseits bislang im Allgemeinen kein Thema – dies, obwohl der Lustgarten als geschützter, "lieblicher Ort" (locus amoenus) in der adelig-ritterlichen Kultur des Mittelalters immer präsent war, wie Epik und lyrische Dichtung, aber auch die Gartenmotive in der Tafelmalerei und auf den Wirkteppichen beweisen; sie stehen häufig im Zusammenhang mit der Marienverehrung. Die Belege für verschiedene Typen von Gärten – seien es Gemüsegarten ("Krautgarten" / frz. potager oder verger d’herbes), Obstgarten (frz. verger), Weingarten (frz. vignoble), Liebes- und Lustgarten (frz. vergier d’amour) oder Tierpark – müssten für eine Anzahl von historischen Landschaften einmal systematisch aus der Urkundenüberlieferung und anderen Schriftzeugnissen zusammengetragen werden. Dies ist ein dringendes Forschungsdesiderat, umso mehr, als seit einigen Jahren botanische Ɯberreste aus archäologischen Grabungen, wie etwa Charavines (F), Haus Meer (D), Eschelbronn (D), Friedberg, Riedfluh (CH), ausgewertet worden sind. So bezeugen die botanischen Pflanzenreste einen bemerkenswerten Artenreichtum und das Nebeneinander von einheimischen und importierten, von wilden und domestizierten Pflanzen.

Rippmann, Dorothee : Gezähmte Natur – Gärten in mittelalterlichen Burgen
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 11. Jahrgang 2006, Heft 2, .

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