Mittelalter 2004/4
Heft 2004/4    2. Artikel

Castello di San Michele bei Ascona – Geschichte und Archäologie

von Stefan Lehmann und Piero Carlucci und Christian Saladin

Die Burg San Michele, erstmals 1189 als Sitz der Adelsfamilie Duni erwähnt, verschwindet historisch gesehen, vermutlich von den Burgherren aufgelassen, am Anfang des 16. Jh.. Die heute noch erhaltene Kirche S. Michele (im Kern ein umgebauter Turm) ist das letzte funktionale Erbe der einstigen Burg. Wenngleich die Beweise einer früheren Burganlage – möglicherweise aus frühmittelalterlichen Zeit – bislang fehlen, hat ein Sondierschnitt bewiesen, dass das Gelände seit dem Neolithikum (zirka ab 3300 v. Chr.) mit verschiedenen Unterbrüchen über die späte Bronze- und frühe Eisenzeit, Spätantike und Hochmittelalter bis in die Mitte des 13. Jh. besiedelt wurde. Dennoch, obwohl verschiedene Mauerreste erhalten sind, und einige Bildquellen und Photos vor der Zeit der modernen Eingriffe vorliegen, bleibt die Anlage, insbesondere in den Details, unbegriffen. Eine genaue Untersuchung der Burganlage, sowie der Funktion einzelner Räume muss deswegen bis zur Vollendung weiterführender Forschungen vertagt werden.

Lehmann, Stefan Carlucci, Piero Saladin, Christian : Castello di San Michele bei Ascona – Geschichte und Archäologie
Mittelalter – Moyen AgeMedioevoTemp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 9. Jahrgang 2004, Heft 4, .

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