Jahresbericht 2005

Tagungen

Im Jahr 2005 führte der Schweizerische Burgenverein seine statutarische Jahresversammlung in Zug durch. Die Tagung begann mit Referaten von Dr. Stefan Hochuli, Kantonsarchäologe, und Dr. Adriano Boschetti-Maradi, Mittelalterarchäologe bei der Kantonsarchäologie Zug, der einen überblick über die Stadtentwicklung von Zug vermittelte. Ergänzend dazu folgten am Nachmittag Führungen durch die Altstadt und ihre nächste Umgebung. Die Sonntagsexkursion - wiederum unter der Leitung der Kantonsarchäologie - führte nach St. Andreas in Cham und nach Buonas, wo die Nutzung von Burgen bzw. Schlössern mit bedeutenden Parkanlagen im Zentrum standen.

Erste Arbeiten für die Durchführung einer für 2009 geplanten Tagung zum Stand der Mittelalterarchäologie in der Schweiz wurden in Angriff genommen.

Vorträge

Im Rahmen der Zürcher Vortragsreihe referierten zum Abschluss des Wintersemesters 2004/2005 lic. phil. Eva Roth Heege, Zug, «Ofen und spätmittelalterliche Wohnkultur», sowie Dr. Roland Böhmer, Zürich, und lic. phil. Peter Niederhäuser, Winterthur, «Zwischen klösterlichem Ideal und adligen Bedürfnissen: Das Zisterzienserkloster Kappel». Der Vortrag über das Kloster Kappel ist mittlerweile als Artikel im «Mittelalter» Heft 1/2006 erschienen. Die Vortragsreihe 2005/2006 wurde durch Dr. Oliver Landolt, Schwyz, «Umb gemainer statt nutzes willen ... - öffentliche Finanzhaushalte spätmittelalterlicher Städte unter besonderer Berücksichtigung des Bauwesens», und Dr. Daniel Gutscher, Bern, «Vom Baubefund zur virtuellen Rekonstruktion, Bauforschung an Burgen im Kanton Bern» eröffnet.

Exkursionen

Ziel der Frühjahrsversammlung war Meiringen, wo die Burgruine Resti, deren Restaurierung kurz zuvor hatte abgeschlossen werden können (vgl. dazu auch die Rubrik Publikationen), und die ehemalige Lazariterniederlassung St. Michael besichtigt wurden. Ergänzend zum letzten Vortrag des Wintersemesters führte eine Exkursion ins ehemalige Zisterzienserkloster Kappel am Albis. Im Rahmen der Herbstexkursion wurde die Ruine Schenkenberg im Aargau besucht, wo in den vergangenen Jahren Konservierungsarbeiten und eine Bauuntersuchung stattgefunden hatten. Ein Bericht dazu ist bereits im «Mittelalter» Heft 4/2004 erschienen.

Publikationen

In der Monographienreihe «Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters» sind 2005 zwei Bände erschienen: im Juni die Jahresgabe 2004 (Band 31: «Gesicherte Ruine oder ruinierte Burg - Erhalten, Instandstellen, Nutzen») und im November die Jahresgabe 2005 (Band 32: «Burgen in Appenzell»). Für 2006 ist eine Publikation über die Ausgrabungen von Dr. Hans Erb 1942/43 auf der Burgruine Dübelstein ZH, für 2007 eine Arbeit über mittelalterliche Holzbauten in der Innerschweiz in Vorbereitung.

Die Zeitschrift «Mittelalter - Moyen Age - Medioevo - Temp medieval» umfasst im Berichtsjahr vier Hefte mit insgesamt 172 Seiten. In Heft 1 werden die Untersuchung und Restaurierung der Burgruine Resti in Meiringen und die Grabungen auf der Burgruine Serravalle TI thematisiert. Aus Anlass der Jahresversammlung gibt Heft 2 einen überblick über Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit im Kanton Zug. Im Zentrum von Heft 3 steht mittelalterliches Fundmaterial aus der Stadtkirche St. Laurenzen in St. Gallen, ergänzt durch einen Artikel zu einem bisher falsch gedeuteten mittelalterlichen Webgerät. In Heft 4 erscheinen 3 Beiträge zu savoyischen Burgen und Kleinstädten (Ripaille, Allinges, Yvoire) sowie ein Kurzbericht zu aktuellen Forschungen auf Zuger Burgen.
Seit einigen Jahren sucht der Vorstand nach Möglichkeiten, die Burgenkarte der Schweiz neu herauszugeben. Im Berichtsjahr nahmen diese Bemühungen einen besonders hohen Stellenwert in der Vorstandsarbeit ein. Es wurden Verhandlungen u.a. mit der swisstopo (Bundesamt für Landestopographie) geführt, in dessen Verlauf die Redaktionsarbeiten an der Burgenkarte in Auftrag gegeben wurden. Die Vereinbarung zur Herausgabe der Burgenkarte konnte Anfang 2006 mit der swisstopo und dem Generalsekretariat VBS (eidgenössische Militärbibliothek) unterzeichnet werden.

Internationale Beziehungen

Der SBV pflegt den Kontakt mit verschiedenen ausländischen Vereinigungen. Einen Teilbereich bilden der Schriftentausch und die Information ausländischer Gesellschaften über Neuerscheinungen. Wie in anderen Jahren besuchten zudem verschiedene Vorstandsmitglieder Tagungen im Ausland und hielten Referate.

Öffentlichkeitsarbeit

In der Tätigkeit des Schweizerischen Burgenvereins nimmt die öffentlichkeitsarbeit einen sehr hohen Stellenwert ein, so konnte in den letzten Jahren nicht nur eine Stabilisierung der Mitgliederzahl sondern eine leichte Zunahme erreicht werden. Der Vorstand beteiligte sich mit verschiedenen Aktivitäten an dem durch die Liechtensteinische Denkmalpflege und Archäologie organisierten Mittelaltertag auf der Burg Gutenberg in Balzers FL, der gegen 3000 Besucherinnen und Besucher anlockte. Des Weiteren war der SBV am Fest zum Abschluss der Restaurierung der Burgruine in Meiringen mit einem Informationsstand präsent. Beim Internetauftritt ist eine Jugendsite in Vorbereitung.

Renata Windler

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